Stiftung Pfennigparade setzt auf Qualifizierung ihrer Mitarbeiter durch Integrata

Arbeit gehört zu den elementaren Voraussetzungen für die Entfaltung der Persönlichkeit und für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung. Dies gilt ganz besonders für Menschen mit einer Behinderung. Der IT-Bereich bietet dabei gerade für körperbehinderte Menschen viele Beschäftigungsmöglichkeiten, da hier eine körperliche Einschränkung oder Beeinträchtigung die Leistungsfähigkeit nicht einschränkt. Ein besonderes Kennzeichen des IT-Bereiches ist der stete Wandel. Analytisches Denken und zielgerichtetes Handeln allein genügen nicht mehr, gefragt ist ein hohes Maß an Flexibilität und Lernbereitschaft. Weiterbildung wird aus diesem Grund in den Gesellschaften der Pfennigparade großgeschrieben. Die Stiftung Pfennigparade wie auch ihre Tochterunternehmen sind Non-Profit-Gesellschaften. Eines ihrer Ziele ist die berufliche Rehabilitation körperbehinderter Menschen. Ihren Beschäftigten die bestmöglichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen, ist oberste Maxime. Aus diesem Bemühen entstand 2004 eine enge Zusammenarbeit zwischen den IT-Unternehmen der Stiftung Pfennigparade und dem Full Service-Anbieter für Qualifizierungsleistungen Integrata AG.
Durch ein vielseitiges Qualifizierungsprogramm können sich die Mitarbeiter ganz individuell in den Themenbereichen IT und Soft Skills weiterbilden und ihr Wissen aktuell halten. Eine besondere Herausforderung für Veranstalter und Trainer, denn diese maßgeschneiderten Programme werden im ganz in der Nähe des Hauptbahnhofes gelegenen Münchener Trainingszentrum der Integrata neben dem täglichen Standard-Schulungsprogramm realisiert. Wie gut die Umsetzung gelingt, belegen der stetige Ausbau des Qualifizierungsprogramms und der Erfolg bei dem Einsatz der Schulungsteilnehmer auf ausgelagerten qualifizierten Arbeitsplätzen bei vielen namhaften Kunden der Stiftung Pfennigparade oder bei der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Die Stiftung Pfennigparade mit Hauptsitz in München hat sich seit ihrer Gründung 1952 zu einem der größten Rehabilitationszentren in Deutschland entwickelt, in dem derzeit ca. 3.000 körperbehinderte und nichtbehinderte Menschen lernen, arbeiten oder wohnen. Sie betreibt unter anderem eine große anerkannte Werkstatt mit dem Ziel, körperbehinderte Menschen beruflich und sozial einzugliedern. Aus dem ganzen Bundesgebiet werden Menschen aufgenommen, die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung keine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden oder wieder finden.
Es stehen aber nicht nur vielfältige Arbeitsmöglichkeiten innerhalb der Werkstatt zur Verfügung. Vielmehr wurde schon immer seitens der Stiftung Wert darauf gelegt, ein möglichst breites Angebot von Einsatzmöglichkeiten vor Ort bei Kundenunternehmen zu schaffen. Eine wichtige Unterstützung dabei erfahren die Werkstätten auch durch eine weitere Tochtergesellschaft der Pfennigparade, die SIGMETA, die als Integrationsunternehmen behinderte wie auch nichtbehinderte Menschen beschäftigt. Über die Werkstattgesellschaften PSG Programmier-Service GmbH und die BKG Büro-Kommunikation GmbH werden derzeit rund 350 Mitarbeiter im gesamten süddeutschen Raum mit Schwerpunkt in München, Augsburg, Stuttgart und Franken auf ausgelagerten Arbeitsplätzen bei verschiedenen Unternehmen eingesetzt. Mehr als 100 große und mittelständische Unternehmen nutzen die Unterstützung durch IT-Spezialisten, Techniker und kaufmännische Fachleute, die trotz gewisser körperlicher Einschränkungen mit hoch qualifizierten Dienstleistungen überzeugen.
Freiraum schaffen, um Potentiale auszuloten
Es zeigt sich, dass die Motivation der Mitarbeiter sehr ausgeprägt ist, da berufliche Anerkennung für behinderte Menschen einen besonderen Stellenwert hat. Neben Motivation erwarten die Kundenunternehmen aber auch von ihren Partnern und deren Mitarbeitern immer mehr Flexibilität und ein stets aktuelles Know-how. Somit ist bei aller Besonderheit der Situation die Werkstatt der Pfennigparade ständig gefordert, sich den Marktanforderungen anzupassen. Nur so gelingt es ihr, aufgrund der Kompetenz der Mitarbeiter, für die Kunden attraktiv zu sein und viele körperbehinderte Menschen in den Unternehmen beruflich zu integrieren.
Die Halbwertzeiten für IT-Wissen sind bekanntermaßen kurz. Daher ist es wichtig, Qualifikationslücken zu vermeiden und neue Potentiale zu wecken. Die IT-Unternehmen der Stiftung können dabei auf besonders motivierte Mitarbeiter zählen, denn es geht ja letztendlich um ihre Jobs. Mitarbeiter mit breiterer Qualifikation, die über den Tellerrand hinausschauen können, werden in den Unternehmen geschätzt. Denn nach Einzug strikter Prozesse entwickeln sich die Skills der Mitarbeiter hochspezialisiert aber häufig zu einseitig.
Das neue Ziel bei den Abendschulungen hieß: Freiraum schaffen, um die eigenen Potentiale ausloten zu können. Dazu wurde das Weiterbildungs- und Qualifizierungskonzept konsequent weiter ausgebaut, ohne die notwendigen Tagesseminare dadurch einzuschränken oder zu ersetzen. So entstand die Idee für einen weiteren Baustein im beruflichen Bildungsprogramm. Neue Entwicklungen werden frühzeitig vorgestellt sowie Schwellenängste abgebaut und durch fundierte Kenntnisse ersetzt. Das Abendschulprogramm bedeutet zusätzlich zum Arbeitstag allerdings auch eine besondere persönliche Anstrengung. Daher gehört es zu den besonderen Herausforderungen des Konzepts, dass jeder seinen persönlichen Vorteil darin entdeckt.
Gemeinsam mit der Integrata AG zum optimalen Qualifizierungsprogramm
Frühzeitig war klar, dass für die erfolgreiche Umsetzung eines solch ambitionierten Programms Unterstützung durch einen professionellen und kompetenten Dienstleister notwendig ist, der ein hohes Niveau bei den geplanten Maßnahmen garantiert. „Wir hatten Beratungsbedarf rund um Lerninhalte, Lernmittel, Gestaltung der Maßnahmen und die richtige Auswahl der geeigneten Trainer. Das Full Service-Angebot und die im Markt bekannte Kompetenz der Integrata AG waren bei unserer Auswahl und Entscheidung ebenso ein ganz wichtiges Kriterium wie auch die attraktive Lage mit dem Trainingszentrum im ‚Elisenhof‘ in München. Nicht zuletzt hat uns aber die Offenheit der Ansprechpartner bei Integrata gefallen, sich mit der Thematik auseinander zu setzen und uns ein gemeinsam erarbeitetes Konzept anzubieten“, erläutert Werner Hansjosten, Abteilungsleiter bei der PSG GmbH, die Entscheidung für die Integrata als Qualifizierungspartner.
Damit wurde ein neues Kapitel begonnen in einer bereits langjährig bestehenden Zusammenarbeit zwischen den Tochtergesellschaften der Stiftung Pfennigparade und Integrata. Das Qualifizierungsprogramm, das sich sowohl an die in Kundenunternehmen eingesetzten Mitarbeiter als auch an die direkt bei PSG, BKG und SIGMETA Beschäftigten richtet, umfasste zunächst vor allem IT-Themen wie JAVA, OOA, UNIX, ITIL, Netzwerke und SAP. Von Anfang an wurde das Programm halbjährlich überprüft, aktualisiert und sukzessive ausgeweitet und um Soft Skill-Themen wie Projektmanagement, Rhetorik, Business English oder Kommunikation ergänzt. Im zweiten Halbjahr 2010 gab es unter anderem Seminare zu den Themen Zeit- und Selbstmanagement, Linux Systemadministration, Neuerungen bei den Office-Produkten, Englisch, VBA-Programmierung, Windows 7 für Umsteiger sowie IT Compliance.
Darüber hinaus unterstützt die Integrata den Kunden im Rahmen ihrer Managed Training Services seitdem auch durch
- Qualifizierungsberatung
- Definition, Design und Entwicklung von Trainingsbausteinen für die einzelnen Themen in Absprache mit BKG, PSG und SIGMETA
- Bereitstellung eines kundenspezifischen Seminarportals (KISP)
- Teilnehmer-Administration
- Durchführung von Abendseminaren im Integrata-Trainingszentrum München.
Motivation und Qualifikation durch Seminare
Aus Vorschlägen der PSG-Personalentwickler und durch Mitarbeiterbefragungen wird regelmäßig der Bedarf an innovativen und besonders gefragten Themen ermittelt.
Das Qualifizierungsangebot wird bei den Mitarbeitern durch einen sechsmal jährlich erscheinenden Newsletter beworben.
Neue Angebote werden jeweils gezielt durch Rundschreiben/Mails und durch Links auf das kundenindividuelle Seminarportal bekannt gemacht, über das die Anmeldungen online erfolgen.
Ein Auswahlverfahren gibt es dabei nicht, auch keine Vorgabe, keine Verpflichtung und erst recht keine Kontrolle durch die Vorgesetzten. Die Seminare können von jedem Mitarbeiter völlig frei nach eigenen Wünschen und Möglichkeiten gebucht werden – ausgenommen sind lediglich Führungskräfte bei den Soft Skill-Themen. Die Termine finden teils inhouse statt, werden jedoch in der Mehrzahl im Trainingszentrum München der Integrata durchgeführt. Insgesamt fanden bis heute rund 200 Abendseminare statt. Etwa 30 Prozent der Mitarbeiter nutzen das Angebot Jahr für Jahr zur persönlichen und beruflichen Weiterbildung.
Selbst für einen langjährig erfahrenen Referenten stellt eine Abweichung vom Standard-Schulungsprogramm auf ein speziell für die Unternehmen maßgeschneidertes Seminar eine besondere Herausforderung dar. Gibt es anfänglich vereinzelt Unsicherheiten oder Hemmschwellen auf beiden Seiten, werden diese sehr schnell überwunden dank der besonderen Motivation der Teilnehmer und der ausgezeichneten Fähigkeiten der Integrata-Trainer. Das positive Feedback in den Seminarbeurteilungen bestätigt dies eindrucksvoll.
Die Kunden der Stiftung Pfennigparade schätzen die große Motivation und hohe Qualifikation der bei ihnen beschäftigten behinderten Menschen.
Gemeinsam weiter auf dem erfolgreichen Weg
Für einen solchen nachhaltigen Erfolg ist eine besondere und kontinuierliche Anstrengung aller Projektpartner erforderlich. So wird das Projekt gemeinsam mit der Integrata fortgesetzt und regelmäßig auf Aktualisierungs- und Erweiterungsbedarf überprüft und weiterentwickelt. Mittelfristig ist eine Kommunikationsplattform geplant, die den Mitarbeitern einen themenbezogenen direkten Austausch ermöglicht. Auch dabei kann die Integrata als Full Service-Anbieter unterstützen.
„Mehr als 80.000 Teilnehmer nutzen jährlich unsere Weiterbildungsangebote. Dennoch ist die Zusammenarbeit mit den Tochtergesellschaften der Stiftung Pfennigparade für uns etwas Besonderes. Wir erleben mit, wie dank der zunehmenden Erfahrung, der Nutzung unserer Seminare und der Bestätigung, den Anforderungen des Arbeitsalltages gewachsen zu sein, die Perspektiven für eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt deutlich ansteigen. Das Modell ermöglicht es behinderten Menschen, aus der sonst leider oftmals üblichen Rolle als Leistungsempfänger in eine Rolle als Leistungserbringer zu gelangen. Wir machen sie ganz im Sinne unseres Claims immer mehr ‚Qualified for the Job‘. Daher freuen wir uns sehr auf die Fortsetzung dieser erfolgreichen Zusammenarbeit“, zieht Ingmar J. Rath, CEO der Integrata AG eine Zwischenbilanz der langjährigen partnerschaftlichen Kooperation.
Die Kosten-Nutzen-Relation des konkreten Qualifizierungsprojektes mit der Integrata AG drückt sich weniger in Zahlen aus. Werner Hansjosten sieht es vielmehr als entscheidend an, „dass wir nahezu eine Vollbeschäftigung haben und dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Legacy-Umfeld das Umsteigen in neue Aufgabengebiete gelungen ist.“
Facts & Figures zum Projekt:
Aufgabenstellung:
Qualifizierung aller Mitarbeiter der BKG, PSG und SIGMETA je nach projektspezifischen Anforderungen des Kunden
Themen:
IT-Themen wie JAVA, OOA, UNIX, ITIL, SAP, Linux Systemadministration II, VBA – Grundlagen Office 2007 Programmierung, Windows 7, Office 2007 für Umsteiger
Personal- und Organisationsentwicklungs-(Soft Skill-) Themen wie Kommunikation, Projektmanagement, Rhetorik, Business English, Zeit-und Selbstmanagement
Leistungen:
Qualifizierungsberatung, Definition, Design und Entwicklung von Trainingsbausteinen für die einzelnen Themen in Absprache mit BKG, PSG und SIGMETA, Bereitstellung eines firmenspezifischen Online-Seminarplaners, Teilnehmer-Administration, Durchführung von Abendseminaren im Trainingszentrum München der Integrata AG
Zielgruppen:
Mitarbeiter interner wie ausgelagerter Arbeitsplätze
Umfang:
300 – 350 Mitarbeiter, seit 2004, Erweiterung 2007, halbjährliche Themenplanung
Bisher ca. 200 Abendseminare, Teilnehmer 2009: ca. 100