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Führen ohne SorgenFühren ohne Sorgen

Führen ohne Nachwuchs-Sorgen

Führungs-Qualifizierung bei der GFKL Financial Service AG

Die 1992 gegründete GFKL Financial Services AG (GFKL) mit Hauptsitz in Essen ist als Leasing- und Financial Outsourcing Gesellschaft auf dem Kreditmarkt tätig. Sie bildet als Holding das Dach für fünf operative Tochterunternehmen. Kernkompetenz der Firmengruppe ist im Bereich Financial Outsourcing die effiziente Verwaltung von Darlehensbeständen für Banken, Sparkassen und Leasinggesellschaften. Im Bereich Leasing die Finanzierung von mobilen Investitionsgütern für kleine und mittelständische Unternehmen. Seit 1998 verzeichnet die GFKL eine Zunahme ihrer Mitarbeiterzahl um den Faktor 3 auf momentan ca. 350. Parallel zu diesem beachtlichen Wachstum hat sich auch die Zahl der Führungskräfte deutlich erhöht. Die Nachwuchsführungskräfte stammen fast ausnahmslos aus den eigenen Reihen, d.h. sie sind als Mitarbeiter mit herausragenden fachlichen Fähigkeiten zu Verantwortlichen in ihren eigenen Abteilungen und Arbeitsgruppen geworden.

Diese rasante und dynamische Entwicklung ließ eine systematische, auf einer klar definierten Führungsphilosophie aufbauenden Führungskräfteentwicklung nicht zu. Führung fand weniger gemäß einheitlich-systematischer Prämissen statt, sondern war eher individuell und intuitiv ausgeprägt.

 

Vor diesem Hintergrund sahen Geschäftsleitung und Führungskräfte der GFKL die Notwendigkeit einer umfassenden Qualifizierungsmaßnahme für alle Führungskräfte des Unternehmens. "Viele Mitarbeiter standen plötzlich in der Personalverantwortung, ohne sich zuvor mit geeigneten Führungsmethoden vertraut machen zu können", bringt Malte Hansen, Personalleiter bei der GFKL und verantwortlich für die Planung und Organisation dieser Maßnahme die Problematik auf den Punkt. Primäre Zielsetzung war daher, den Abteilungs- und Teamleitern Verhaltenssicherheit bei Führungsaufgaben zu vermitteln und den Führungsstil in Bezug auf die vorhandenen Führungsinstrumente, wie z.B. das Mitarbeitergespräch, zu vereinheitlichen. Grundlage dafür sollte die Entwicklung und Implementierung einer Führungsphilosophie sein, aus der dann Führungsleitlinien für das konkrete Vorgehen in Führungssituationen abgeleitet werden können.

 

v.l. Franz Leeb, Leiter Personalentwicklung;

Claudia Arzt, Vertrieb Unilog Integrata Training;

Malte Hansen, Leiter Personal GFKL

 

Konzeption

Das gesamte Qualifizierungsprojekt wurde daher in zwei Schritten konzipiert:

  1. Entwicklung und Ausarbeitung von Unternehmensleitlinien auf Grundlage der vorhandenen Unternehmensphilosophie der GFKL.
  2. Qualifizierung aller Mitarbeiter in den entsprechenden Führungspositionen gemäß dieser Leitlinien

 

Zur Planungsberatung und Durchführung des Projekts fand sich mit der Unilog Integrata Training AG (UIT) ein kompetenter Partner und in Gerd Möller-Brix ein erfahrener Trainer.

Für die Entwicklung der Führungsphilosophie wurde eine Vorgehensweise mit Workshop-Charakter festgelegt; die Führungskräfte-Trainings sollten in Seminarform durchgeführt werden. Die genaue Entwicklungsstrategie formulierte das eingesetzte Projektteam, bestehend aus Malte Hansen, Franz Leeb, Leiter Personalentwicklung GFKL, Gerd Möller-Brix und Claudia Arzt, Vertrieb UIT, wie folgt:

 

Entwicklung einer Führungsphilosophie

  • Vorleistungen: Informationsaustausch (Ist-Analyse) über die bei der GFKL in der täglichen Praxis bereits angewandten Führungsinstrumentarien innerhalb des Projektteams.
  • Zieldefinition durch Geschäfts- und Personalleitung: Was soll mit der Führungsphilosophie genau erreicht werden?
  • Bestimmung der Vorgehensweise und Einteilung der Zielgruppen.
  • Internes Projektmarketing: Information aller betroffenen Führungskräfte über das gesamte Projekt und den geplanten Verlauf.
  • Workshop - Sollkonzeption durch Reflexion und Konkretisierung in mehreren Schritten: Vorstellung der von der Geschäftsleitung formulierten Unternehmensleitlinien.
  • Kritische Reflexion und Konkretisierung durch die Abteilungsleiter.
  • Ergebnisse werden der Geschäftsleitung zur Abnahme vorgelegt.
  • Weitere Konkretisierung der bisherigen Ergebnisse durch die Teamleiter.
  • Endgültige Abnahme der von Abteilungs- und Teamleitern präzisierten und detaillierten Ergebnisse durch die Geschäftsleitung.

 

Gerd Möller-Brix

Gerd Möller-Brix übernahm die Moderation der jeweiligen Arbeitsschritte im Workshop und verarbeitete gemeinsam mit den Teilnehmern die diskutierten und mehrfach modifizierten Inhalte zu einem praxistauglichen Konzept.

 

Qualifizierung der Führungskräfte

Vorleistungen:

  • Anpassung und Bereitstellung einer umfangreichen Seminarunterlage für die Teilnehmer. Vorgabe: Selbststudium der relevanten theoretischen Aspekte des Führungsverhaltens, welche durch die Unternehmensleitlinien einen zusätzlichen Rahmen bekamen, da die Seminare vorwiegend auf die Vermittlung praxisorientierter Elemente ausgerichtet sein sollten.
  • Seminar: Klärung offener theoretischer Fragen.
  • Praktische Übungen: Rollenspiele, Videoaufzeichnungen, Diskussionen.


Hürden

Die Erörterung der theoretischer Grundlagen zog eine Neuausrichtung des Seminarablaufs nach sich: Aufgrund eines nicht kalkulierten Diskussionsbedarfs seitens der Teilnehmer lag der Theorieanteil in den Trainings bei etwa 30%. Obwohl sich der Praxisanteil somit nur auf 70% belief, konnten die ausgearbeiteten Unternehmensleitlinien der Führungsphilosophie von allen Teilnehmern erfolgreich eingeübt werden.

 

Fazit

Die 2-tägigen Seminare wurden mit jeweils maximal 8 Führungskräften der gleichen Führungsebene in verschiedenen Hotels in Essen durchgeführt. Die Reaktionen auf Seminarorganisation und -durchführung waren unisono sehr positiv. "Nicht nur die Führungskräfte, welche die vorhandenen Führungsinstrumentarien nun verhaltenssicher einsetzen können, haben von dieser Maßnahme profitiert, sondern auch alle anderen Mitarbeiter aus deren Abteilungen und Teams", resümiert Malte Hansen und fügt hinzu: "Zufriedenheit ist schwer messbar, aber die anstehenden 270°-Feedbacks mit allen Mitarbeitern der Firmengruppe werden sicherlich positive Ergebnisse bringen." Z.B. kann das Mitarbeitergespräch, als ein zentrales Führungsinstrument jetzt von allen Vorgesetzten verhaltenssicher und lösungsorientiert auf Grundlage der Unternehmensleitlinien durchgeführt werden. Die Unternehmensleitlinie "Chancen erkennen und wahrnehmen" kann so - systematisch und einheitlich in der Führungsphilosophie verankert - in jedem einzelnen Mitarbeitergespräch gleichermaßen zur Geltung kommen.

 

Autoren:

Roland Heidelberg

Integrata AG

roland.heidelberg@integrata.de

 

Michael Schäfer

Integrata AG

michael.schaefer@integrata.de