Anforderungen an den IT-Leiter von morgen

Weiche Skills bringen harte Ergebnisse

Die IT-Abteilungen von Unternehmen haben sich grundlegend gewandelt: Lautete noch vor wenigen Jahren das entscheidende Credo, den Geschäftsbetrieb zuverlässig, sicher und effizient am Laufen zu halten, wird inzwischen erwartet, dass die IT auch innovative Geschäftsmodelle entwickelt und integriert. Saßen IT-Abteilungen früher oft in einem abgelegenen Gebäudetrakt zwischen Technikbergen, rücken sie jetzt an strategische Schalthebel der Unternehmen. Waren IT-Teams in der Vergangenheit fachspezifisch und relativ homogen zusammengestellt, sind sie heute interdisziplinär und multikulturell.

 

Fünf Jobs in einem

Für die Arbeit eines IT-Leiters haben diese Veränderungen gravierende Folgen. Er muss Führungsqualität in flachen Hierarchien beweisen, er plant und steuert den Digitalisierungsprozess und denkt dabei sowohl kreativ als auch unternehmerisch – all das neben seinen klassischen Aufgaben. Um den vielschichtigen Anforderungen gerecht zu werden, füllt der IT-Leiter zusehends mehrere Rollen gleichzeitig aus:

1. Als Koordinator organisiert er Arbeitsabläufe, überwacht die Budgets und ist für die Einhaltung von Terminen verantwortlich.

2. Als Berater unterstützt er zunächst sein Team – fachlich, inhaltlich und methodisch. Aber auch die Geschäftsleitung erwartet Beratung, um den digitalen Wandel zu gestalten.

3. Als Verhandler ist er dafür zuständig, dass sein Team die erforderlichen Mittel erhält und geeignetes Personal zur Verfügung steht.

4. Als Konfliktmanager erkennt er frühzeitig Probleme im Team oder zwischen verschiedenen Teams und hilft, diese zu lösen.

5. Als Moderator sorgt er für den Team-Spirit, damit alle das gleiche Ziel verfolgen, und er vermittelt zwischen den Fachabteilungen, der Geschäftsführung und der IT.

 

Soft Skills öffnen Türen

Die Vielzahl an (oft sehr technikfernen) Aufgaben verlangt vom IT-Leiter weit mehr als fundierte Fachkompetenz. In dem Maße, wie die IT jede Faser des Unternehmens durchdringt, wird es für die Verantwortlichen immer wichtiger, Sozialkompetenz zu beweisen. Das Klischeebild des Nerds, der sich besser auf Maschinen als auf Menschen versteht, hat ausgedient – wenn es je real war. Längst schon sind IT-Fachleute auf Networking angewiesen und auf Soft Skills, die sie zum Erfolg führen:

  • Kommunikativ sein
    Damit Missverständnisse vermieden werden, beispielsweise zwischen Entwicklern und Betreibern oder zwischen dem IT-Team und den Fachabteilungen, braucht es eine ausgeprägte Kommunikationskultur auf Augenhöhe. Mit einer inneren Haltung, die sowohl interessiertes und vorurteilsfreies Zuhören ermöglicht als auch authentische und klare Botschaften. Für IT-Führungskräfte ist es extrem wichtig, Projekte und Sachverhalte so zu erläutern, dass sie auch von Fachfremden verstanden werden. IT-Leiter sind immer häufiger Moderatoren und Vermittler zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen und externen Stakeholdern.
  • Sachbezogen verhandeln
    IT-Leiter ringen um die Umsetzung von Ideen und die notwendigen Ressourcen. Daher ist es wichtig, dass sie in Verhandlungen eine sichere und nachvollziehbare Argumentation verfolgen. Dabei sollten sie Vertreter von anderen Positionen nicht als persönliche Kontrahenten begreifen, sondern als Verhandlungspartner mit berechtigten Interessen. Menschenkenntnis und der Wille, ein Ergebnis zu verfolgen, das beiden Seiten größtmöglichen Nutzen bringt, hilft dabei ungemein.
  • Teamfähigkeit ausbilden
    Gerade im Projektgeschäft geht fast nichts ohne Teamarbeit. Aber Teams sind keine Versammlung gleichgeschalteter Klonkrieger. Nicht nur für DevOps-Projekte werden Teams häufig interdisziplinär, abteilungsübergreifend und sogar über Unternehmensgrenzen hinweg zusammengestellt. Hier sollte der IT-Leiter eine Einstellung vorleben und etablieren, die die Zusammenarbeit fruchtbar macht: Respekt, Akzeptanz und Toleranz für die Verschiedenheit der Teammitglieder. Eine positive Grundhaltung gegenüber den Anderen, mit der ihre Fähigkeiten und Eigenarten wertgeschätzt werden, führt zum effektiven Austausch von Wissen, Erfahrung und Ideen – kurz: zu einer produktiven Team-Kultur.
  • Behutsam führen
    Selbst agile Teams, die auf flache Hierarchien oder Selbstorganisation setzen, funktionieren nicht ohne Führung. Es geht darum, Ziele, die man gemeinsam als richtig erkannt hat, auch gegen Widerstände weiterzuverfolgen – soweit man sie mit stichhaltigen Argumenten stützen kann. Entscheidend ist hierbei, den passenden Ton zutreffen und nicht willkürlich zu handeln. Und: IT-Leiter müssen wissen, wann es angebracht ist, zurückzustecken und Verantwortung in die richtigen Hände zu legen. Andere Mitarbeiter zu fördern und ihre Fähigkeiten auszubilden, ist ein Zeichen von vorausschauender Leitung.
  • Kritik annehmen
    Führung bedeutet keinesfalls, dass IT-Leiter über jeglicher Kritik schweben. Vielmehr brauchen sie die Bereitschaft, sich auf kritische Meinungen einzulassen, wenn sie sachlich und gerechtfertigt ist. Nur wer die nötige Selbstreflektion aufbringt, seine Standpunkte hinterfragt und beanstandete Aspekte auch verbessert, lernt dazu. Um konstruktive Kritik leichter anzunehmen, sollte man gut zuhören und nicht reflexartig in einen Verteidigungsmodus schalten. Denn angemessene Kritik richtet sich nicht gegen die Person, sondern bezieht sich auf die jeweiligen Sachverhalte.
  • Flexibel bleiben
    Plötzliche Planänderungen oder auftretende Probleme sind in IT-Projekten eher die Regel als die Ausnahme. Dann sind jene Akteure erfolgreich, die gelassen Fehlerquellen analysieren können und kreativ nach alternativen Wegen suchen. Stur an einem Plan festzuhalten und Ratschläge oder ungewöhnliche Lösungsvorschläge von Anderen zu ignorieren, führt nicht zum Ziel.Natürlich haben fachliche Fähigkeiten keineswegs ihre Bedeutung eingebüßt. Aber wenn die IT-Verantwortlichen ihre Hard Skills um zentrale Soft Skills ergänzen, entstehen neue Chancen. Kooperatives Arbeiten kann eine höchst produktive Dynamik entwickeln, die sowohl den anstehenden Aufgaben als auch der Entwicklung aller Beteiligten nutzt. Das dafür notwendige Zusammenspiel von Empathie und Sympathie ist kein Zeichen von mangelnder Professionalität, sondern von moderner Projektarbeit.

Natürlich haben fachliche Fähigkeiten keineswegs ihre Bedeutung eingebüßt. Aber wenn die IT-Verantwortlichen ihre Hard Skills um zentrale Soft Skills ergänzen, entstehen neue Chancen. Kooperatives Arbeiten kann eine höchst produktive Dynamik entwickeln, die sowohl den anstehenden Aufgaben als auch der Entwicklung aller Beteiligten nutzt. Das dafür notwendige Zusammenspiel von Empathie und Sympathie ist kein Zeichen von mangelnder Professionalität, sondern von moderner Projektarbeit.

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