Harte Schale, weicher Kern: Wichtige Soft Skills heute und in Zukunft

Die Arbeitswelt wandelt sich grundlegend. Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen bestimmen die Kommunikation, den Takt und ganze Arbeitsabläufe. Vor vier Jahren resultierte die Studie „The future of employment“ der University of Oxford in einer alarmierenden Prognose: Bis zum Jahr 2033 würde die Hälfte aller heutigen Arbeitsplätze in den USA von Maschinen und Computern übernommen werden.

Wie können Arbeitnehmer in solchen Veränderungen bestehen? Sollten sie ihre fachspezifischen Qualifikationen und technischen Kenntnisse vertiefen oder analytischer und rationaler werden, um mitzuhalten? Und wie steht es um ihre sozialen und fachübergreifenden Kompetenzen: etwa der Fähigkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit, Konfliktlösung, Veränderungsbereitschaft, Flexibilität und Kreativität? Dürften die in einer digitalisierten Arbeitswelt fehlen? Es stellt sich die Frage, wie Führungskräfte die Bedeutung der weichen Faktoren für den aktuellen und zukünftigen Arbeitsmarkt einschätzen.

Soft Skills – zusehends unverzichtbar

In der aktuellen Studie „2017 und 2027. Berufliche Fähigkeiten der Deutschen“ ist das Karriereportal LinkedIn unter anderem diesem Punkt nachgegangen. Über 300 Personalentscheider und Vorstände wurden gefragt, welche Soft Skills sie für ihre Mitarbeiter am wichtigsten finden – heute und in zehn Jahren.

Die Befragung ergab, dass Soft Skills von Arbeitgebern hoch geschätzt werden. Zudem zeigt die Studie, dass sich die Bedeutung von sozialen und persönlichen Kompetenzen – im Gegensatz zu den Anforderungen an die Hard Skills – in den nächsten zehn Jahren signifikant wandeln wird. Aktuell sehen Führungskräfte Kritikfähigkeit (76,6 Prozent), Entscheidungsfähigkeit (73,7 Prozent) und Gesprächs- und Verhandlungsführung (72,2 Prozent) ganz oben auf der Liste der wichtigsten Soft Skills.

In einer immer komplexer vernetzten Arbeitswelt wird es in den nächsten Jahren zusehends wichtiger, sich frei zu machen von rein fachbezogenen Fähigkeiten. Besonders gefragt sein werden Mitarbeiter, die über den eigenen Tellerrand hinaus denken, kommunizieren, organisieren und handeln können. Deshalb halten die Befragten solche funktionsübergreifenden Fähigkeiten (82 Prozent) für entscheidend.

Soft Skills sind auch Muskeln

Wenn die Bedeutung von Soft Skills in den nächsten Jahren wächst und sich die Prioritäten innerhalb der weichen Kompetenzen derart verschieben, heißt das auch: Berufliche Weiterbildung darf sich nicht nur auf fachspezifische Themenbereiche erstrecken. Auch Soft Skills müssen in den Blick genommen werden. Wer im Umgang mit schwierigen Verhandlungspartnern zu unsicher wirkt, scheitert trotz großer Fachkompetenz beim Gewinnen neuer Kunden und Geschäftspartner. Wer es als Teamleiter nicht schafft, Konflikte und Spannungen zwischen den Mitarbeitern zu erkennen und aufzulösen, kann mitunter auch das durchdachteste Projekt nicht zum Abschluss bringen. Zum Glück: Genau wie fachliche und methodische Kompetenzen sind auch Soft Skills erlernbar.

Selbstverständlich bringt jeder Charakter andere Anlagen in puncto Sozialkompetenz mit. Aber gerade in den Bereichen Kommunikation, Verhandlungen, Konfliktlösung und Mediation gibt es zahlreiche Techniken, die man lernen und trainieren kann, auch wenn man von Hause aus eher zurückhaltend oder vielleicht sogar konfliktscheu ist. So lässt es sich etwa üben, bei unangenehmen Verhandlungen Menschen und ihre sachlichen Interessen getrennt voneinander zu behandeln – und umgekehrt nicht persönlich verletzt zu sein, wenn der Verhandlungspartner mit harten Bandagen angreift. Ein schöner – und nicht zu verachtender – Nebeneffekt beim Training von Soft Skills ist übrigens: Es stärkt nicht nur für den Job, sondern ebenso für das Privatleben. Denn an sozialen Kompetenzen zu arbeiten, bedeutet immer auch die Auseinandersetzung mit ganz persönlichen Stärken und Schwächen.

Im Team unschlagbar

Natürlich laufen Soft Skills der klassischen Fachkompetenz nicht einfach den Rang ab. Fachwissen bleibt unentbehrlich. Aber letzten Endes lassen sich diese Fähigkeiten nicht getrennt voneinander denken. Sie bedingen und befruchten sich gegenseitig: Allein mit ausgezeichnetem Fachwissen lassen sich keine Erfolge erzielen, wenn Menschenkenntnis und Verhandlungsgeschick fehlen. Und auch die geschickteste Gesprächstechnik muss scheitern, wenn nicht fundiertes Fachwissen für Selbstvertrauen sorgt und Substanz in die Verhandlungen bringt. Deshalb gilt es jetzt und in Zukunft, bei der Weiterentwicklung beruflicher Kompetenzen weder die weichen noch die harten Faktoren zu vernachlässigen.

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