Mehr Speed: Neue Technologien brauchen Agilität

Technologische Innovationen und die Digitalisierung krempeln die Arbeitswelt massiv um. Leistungsfähige Computersysteme, vernetzte Maschinen und Geräte, das explodierende Datenaufkommen und Cloud-basierte Services treiben den Wandel voran. Unternehmen, die hier ihre Zukunft sehen, sollten neue Technologien auf ihre Agenda setzen – und ihre Arbeitsweise anpassen. Denn die Trends haben etwas gemeinsam: Sie erfordern Flexibilität, Geschwindigkeit und ein ganzheitliches Konzept. So empfiehlt die Forrester-Studie „Technology Trends To Watch: 2018 To 2020“, innovative Technologien nicht länger getrennt zu betrachten, da sie häufig aufeinander aufbauen und eng miteinander verwoben sind. Zudem hilft der strategische Ansatz, die Unternehmen im Ganzen und speziell ihre IT auf die geänderten Anforderungen auszurichten: neue Lösungen schnell bereitstellen und sie kontinuierlich weiterentwickeln. Es ist also Agilität gefragt.

 

Die Cloud macht Tempo

Seit ein paar Jahren gibt es eine große digitale Bewegung: die Wanderung in die Cloud. Laut Digitalverband Bitkom nutzen fast Dreiviertel aller deutschen Unternehmen Cloud Computing, um die lokale Infrastruktur zu erweitern oder gar zu ersetzen. Speicher, Rechenleistung und Anwendungssoftware finden ihren Platz zusehends in der Cloud. Sie stellt Daten und Dienste zur Verfügung, ist Kommunikationszentrale oder sorgt für Datenanalyse und Vorhersagen. Keine Frage, wichtige Zukunftstrends bauen unmittelbar auf Cloud-Technologien auf: von Big Data über IoT und Industrie 4.0 – bis zu Machine Learning; von Crowdsourcing über Blockchain – bis zu Plattformstrategien.

Die Cloud erleichtert es der Unternehmens-IT, Dienstleistungen dezentral und angepasst anzubieten. Um aber von der Flexibilität und Skalierbarkeit zu profitieren, braucht es eine nachhaltige Cloud-Strategie. Denn die Cloud lässt sich nicht einfach verordnen oder anknipsen. Stattdessen müssen Strukturen und Abläufe neu gestaltet werden: Zum einen ist agile Softwareentwicklung eine Grundvoraussetzung. Projekte, die nach klassischen Methoden umgesetzt werden, schaffen die raschen Anpassungen und Deployments nicht, wie sie Cloud-typisch sind. Wer für die Cloud entwickelt, steht im ständigen Austausch mit den Betreibern und Anwendern und reagiert schnell. Zum anderen müssen sich auch die umgebenden Unternehmensprozesse anpassen. Denn ein isoliertes Team, das alleine für sich agile Prinzipien lebt, stößt schnell an Grenzen. Und tatsächlichen drehen viele Unternehmen den Spieß um: Laut Umfragen der ITSM Group ist Agilität für sie kein notwendiges Übel der Cloud. Vielmehr ist der Agilitätsgewinn ein Hauptmotiv für ihre Cloud-Aktivitäten – noch deutlich vor den erhofften Einspareffekten.

 

Artificial Intelligence bestimmt den Takt

Auch die künstliche Intelligenz ist eine Basistechnologie mit wachsendem Einfluss. Laut Untersuchungen der IT-Analysten von Gartner bringen AI und seine Spielarten (Machine Learning, Intelligent Things …) grundlegende Veränderungen mit sich. Der entscheidende Punkt dabei: Praktisch alle vernetzten Gegenstände, Anwendungen und Services sollen künftig intelligente, selbstlernende Komponenten beinhalten. Big Data und intelligente Sensorik liefern Unmengen an verwertbaren Informationen dazu. In der Folge wird AI in den Unternehmen mehr Aufgaben aus Strategie, Monitoring und Analyse übernehmen. In dieser Entwicklung muss die IT als Innovationstreiber neue Konzepte und Anwendungsszenarien entwerfen und als „Enabler“ umsetzen.

Dabei ist auch die künstliche Intelligenz ein typisches Feld für Agilität. Denn AI ist hochgradig dynamisch und sie konfrontiert IT-Teams durchgehend mit neuen Erkenntnissen und Anforderungen. Dann kommt es auf schnelle Entscheidungen, Kreativität und kontinuierliche Weiterentwicklung an. Ein interessanter Aspekt dabei: Typischerweise unterstützen intelligente, automatisierte Tools bei sich wiederholenden und fehleranfälligen Aufgaben – Monitoring, Analyse und Bewertung. Davon können auch agile Teams profitieren. Denn intelligente Tools lassen sich zur Projektsteuerung nutzen, für Forecasts oder die Zustandsanalyse von Backlogs.

 

Die Blockchain als Abkürzung

Auch abseits der Krypto-Währung Bitcoin sind Blockchains hochinteressant. Denn Blockchains können Datensätze, Ereignisse und Transaktionen ohne zentrale Kontrollinstanz transparent und nachvollziehbar verwalten. Vermittler oder Amtsträger wie Banken und Notare sind in der Blockchain überflüssig. Die Idee: Wie in einem Kassenbuch wird jede Transaktion zwischen Absender und Empfänger als neue Position eingetragen – inklusive Prüfsumme. Das System kann Transaktionsprozesse günstiger, einfacher und schneller machen. Denn es sind nur noch die unmittelbar Beteiligten zur Ausführung und Überwachung notwendig. Verteilte Schlüssel garantieren die Sicherheit und Integrität der Daten in dieser dezentralen Cloud-Technologie.

In den kommenden Jahren wird man die junge Technologie in zahlreichen Einsatzgebieten  ausprobieren. Sei es für Herkunftsnachweise und Zertifizierung, in der Logistik oder beim automatisierten Einkauf in Unternehmen. Das aktuelle Versuchsstadium verläuft dabei häufig nach Trial & Error. Agilität ist gerade in dieser Phase Grundbedingung. Viele IT-Abteilungen investieren in Entwickler, die neue Konzepte erarbeiten, experimentieren und verbessern. Denn die Blockchain verspricht den Unternehmen beschleunigte und günstige Prozesse.

 

Mehr Tempo mit Microservices

So, wie die Cloud die Basis für viele Zukunftsthemen ist, sind Microservices der besondere Kniff, um das Potenzial der Cloud auszuschöpfen. Denn eine Microservice-Architektur setzt sich aus vielen kleinen Modulen, Funktionen oder Apps zusammen, die einzeln für spezielle Zwecke konfiguriert werden. Ist ein solches Modul veraltet, kann es umgehend durch ein verbessertes ersetzt werden. Damit erfüllen Microservices eine zentrale Anforderung des Digitalzeitalters: kurze Innovationszyklen bei geringem Aufwand. Unternehmen, die Microservices einsetzen, können neue Dienste oder Prozesse schnell und flexibel implementieren – intern und extern.

Zugleich verändern Microservices die Art, wie IT-Abteilungen arbeiten: Nur mit Agilität lässt sich die Entwicklungsgeschwindigkeit der kleinen Services zu nutzen. Aber an selbstorganisierende, flexible Teams müssen sich Unternehmenskultur und Teamstrukturen erst anpassen. Zudem ändert sich die Beziehung zum internen oder externen Kunden radikal. Beispielsweise ist das DevOps-Prinzip für Microservices bestens geeignet. Dabei stimmen Softwareentwickler (Dev) und IT-Betrieb (Ops) ihre Prozesse eng aufeinander ab. Sie bilden ein interdisziplinäres – und gegebenenfalls unternehmensübergreifendes – Team, das Module und Funktionen gemeinsam entwickelt und testet. Das erfordert von allen Beteiligten agile Skills: Offenheit, Kritikfähigkeit und Kommunikationsbereitschaft. Doch der Einsatz macht sich bezahlt – durch Microservices, die ganz neue Geschäftsfelder eröffnen.

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