Wie Lernen mit HTML5 Sie ab sofort noch flexibler macht!

Umwandlung von mobilen Lerndateien in HTML5

Die Nachfrage nach mobilem Lernen steigt. In dieser Branche werden bis 2019 Einnahmen in Höhe von bis zu 2,1 Mrd. Dollar erwartet. Aber wie gut funktioniert mobiles Lernen auf einem Tablet oder Smartphone, und welche Möglichkeiten haben Fachleute im Bereich Bildung und Entwicklung, um mobiles Lernen zu verbessern? In einer Zeit, in der die Adobe Flash Technologie zunehmend überholt ist, stehen viele Bildungsfachleute vor der großen Herausforderung, die veralteten Flash-Inhalte in HTML5-Inhalte zu konvertieren, welche effektives mobiles Lernen erst ermöglichen.
Im August 2016 machte Google die folgende Ankündigung: „In Zukunft wird sich Chrome von Flash entfernen und dem HTML5-Format zuwenden. Und so wirkt sich das auf Sie aus. Aktuell laden mehr als 90% der Flash-Anwendungen online im Hintergrund, um Vorgänge wie Webseiten-Analysen zu unterstützen. Diese Art von Flash verlangsamt Ihre Verbindung, und ab September wird Chrome 53 anfangen, diese Anwendungen zu blocken.“
Viele Unternehmen vollziehen den manchmal langen und komplexen pädagogisch-technischen Wandel von Flash zu HTML5. Hier finden Sie einige Hinweise für die Umsetzung dieses Wandels, die Sie nutzen können, um das Lernerlebnis zu verändern.

Eine bedeutende Veränderung des mobilen Lernens

Das Austauschen von Flash-basierten Lerninhalten mit HTML5-Inhalten ist nicht ausschließlich eine technische Angelegenheit, sondern eine bedeutende technische Veränderung, die einen komplett neuen Ansatz für das Design und die Präsentation der Inhalte fordert. Heutzutage wollen Lernende Ihre Inhalte lieber über das Tablet aufrufen können, anstatt erst einen Laptop hochfahren zu müssen. Auf HTML5 basierende Lerninhalte sind unerlässlich, wenn man diese Zielgruppe erreichen möchte.
Über viele Jahre hinweg bot Flash die einzige Möglichkeit, vielfältige Audio- und Videoinhalte im Internet hochzuladen, und auch heute ist Flash noch weit verbreitet. In der Mobilbranche haben sich die Gerätehersteller aber für das HTML5-Format entschieden. HTML5 Videoinhalte sind akkuschonender als Flash-Inhalte und unterstützen effektiv Video On-Demand und Live-Streaming Quellen.
Wenn Trainingsanbieter Ihre Inhalte also lediglich von Flash ins HTML5-Format konvertieren, ohne Ergänzungen oder Anpassungen vorzunehmen, verpassen sie eine wertvolle Chance. Egal ob Flash-Inhalte vor 10 oder sogar erst vor 3 Jahren erstellt wurden, diese Umwandlung bietet die Möglichkeit, Lernmethoden zu evaluieren und Inhalte zu überdenken, und zwar auf eine Art, welche die neuen Erwartungen der Lernenden berücksichtigt.

Wir haben hier fünf Tipps zusammengestellt, wie Sie den Lernenden in Ihrem Unternehmen mobiles Lernen näher bringen können.

1. Bestimmen Sie ein Zeitlimit von 20 Minuten für Lernmodule.

Vor 10 Jahren dauerte ein typisches E-Learning Modul bis zu 90 Minuten. Vor fünf Jahren betrug die Dauer eines Moduls noch 30 bis 45 Minuten. Mobiles Lernen in 20-minütigen Sitzungen ist modernen Ansichten zufolge am effektivsten. Dieses Zeitlimit spiegelt das Verhalten der Tablet-Nutzer wider; Lernende verbringen weniger Zeit vor dem Tablet als am Laptop oder PC. Die Lernenden, die von unterwegs auf ihre Inhalte zugreifen, haben oftmals nicht die Kapazitäten dafür, sich länger als 20 Minuten mit diesen Inhalten auseinanderzusetzen. Es wäre sogar eine gute Idee für Content Designer, jede 20-minütige Lerneinheit in mehrere Segmente von 5 Minuten zu unterteilen. Dies bietet den Lernenden die Möglichkeit, das Modul entsprechend ihrer Arbeitsweise zu betreten und zu verlassen.

2. Verwenden Sie keine Smartphones, wenn Sie länger als fünf Minuten lernen wollen.

Der Lernvorteil eines Smartphones besteht darin, dass jeder eines besitzt. Allerdings ist die Effektivität des Lernens mit dem Smartphone begrenzt, da der kleine Bildschirm die Interaktivität einschränkt. Es ist schwierig, Funktionen, wie Drag-and-Drop oder das Anklicken von Elementen, die auf einem Tablet gut anwendbar sind, auf ein Handy zu übertragen.

3. Integrieren Sie mehr Möglichkeiten für Interaktivität, wenn Sie neue HTML5-Inhalte für Tablets erstellen.

Ein hohes Maß an Interaktivität wird von den Lernenden sehr geschätzt. Je intensiver sich die Nutzer mit den Lehrinhalten auseinandersetzen, desto effektiver ist der Lernprozess. Tablets sind gut für Interaktivität und Aufgaben, wie einem Quiz sowie Interaktionen, wie „Klicken-und-Aufdecken“ geeignet. Dies erlaubt es den Lernenden, sich vom ursprünglichen Bildschirm zu entfernen, um Fragen zu beantworten und neue Informationen zu entdecken.

4. Nutzen Sie Videos mit Bedacht.

In der Welt von YouTube steigt die Nachfrage nach Lehrvideos stetig an. Videos können ein großartiges Mittel zur Veranschaulichung für die Lernenden sein. Jedoch ist das Ansehen eines Videos bestenfalls eine passive Handlung und schlimmstenfalls sogar eine Ablenkung für die Lernenden, die sich leicht von der Darstellung einer ungewohnten Kultur, oder einer flüchtigen Ähnlichkeit eines Darstellers mit einem Freund oder Verwandten ablenken lassen.
Das Einbetten von Videos in Trainingsmodule erschwert außerdem die Lokalisierung und Nutzeranpassung. Einige Trainingsanbieter stellen unterschiedlichen Märkten lediglich Untertitel oder Dubbing-Versionen zur Verfügung. Allerdings leisten Untertitel nur einen kleinen Beitrag zum Abbau der Kulturbarrieren für einen Lernenden in Brasilien, Singapur oder Dubai, der sich ein Trainingsvideo ansieht, welches in den USA produziert wurde. Aus diesem Grund könnte es unter Umständen sinnvoller sein, neue Illustrationen für jede Region zu erstellen, anstatt ganze Videos neu zu drehen.

5. Passen Sie die Navigation an das Tablet an.

Der größte Unterschied zwischen den meisten PCs und einem Tablet ist der Touchscreen, der die Interaktion durch „Wischbewegungen“ ermöglicht. Jedoch ist diese Funktion nur realisierbar, wenn kein Lernender die Absicht hat, das Modul auf einem PC zu verwenden. Eine weitere Funktion des Tablets ist die wechselnde Ansicht. Es ist möglich die Inhalte sowohl in Portrait-Format als auch in Landscape-Format anzusehen. Deshalb entwickeln Content-Anbieter einen sogenannten Ansatz des „Magischen Vierecks“, der auf beide Formate anwendbar ist. Bei der Entwicklung von Tabletinhalten ist es zudem wichtig, eine Gesamtübersicht der Inhalte jederzeit zugänglich zu machen. Das Feedback der Nutzer zeigt, dass sie es schätzen, wenn sie in der Lage sind, den Kontext eines Moduls sowie ihren Lernfortschritt nachvollziehen können.
Das Potenzial der Technologie für mobiles Lernen entwickelt sich stetig weiter. Technologien, wie virtuelle Realität, die einst als futuristisch galten, gehören nach und nach zum Mainstream. HTML5 wird ebenfalls eine vielseitigere Lernerfahrung unterstützen, da das Format es den Content-Anbietern erleichtert, ergänzende Module anzuhängen, welche alles beinhalten können - angefangen bei Videos von Experteninterviews, bis hin zu Bewertungsmodulen.
Diese Funktionen sind besonders wichtig im Zusammenhang mit der Entwicklung von Inhalten für Soft Skill Trainings. Soft Skills zählen zunehmend zu den Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Im selben Atemzug verstärkt sich aber die Überzeugung, dass es sehr anspruchsvoll ist, diese Art der Lerninhalte über mobile Geräte zu vermitteln. In der interaktiven Welt der HTML5-basierten Lehrmaterialien für Tablets ist dies nicht nur möglich - es erzielt erste Erfolge.
Pascal Debordes ist Director of Channels and Alliances - Global bei Cegos, einem der weltweit führenden Anbieter für professionelle Fort- und Weiterbildung.
Quelle: Aus dem Englischen, Training Industry Magazine – Special Edition Content Development 2017, Autor: Pascal Debordes, Cegos

Englischsprachige Originalversion des Artikel bei www.trainingindustry.com


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