Scrum und Agilität - Von den Grundlagen zur Zertifizierung

Agile Prinzipien und das Agile Manifest

Im Februar 2001 haben 17 Erstunterzeichner die agilen Werte in der Software Entwicklung als Agiles Manifest (englisch Manifesto for Agile Software Development oder kurz Agile Manifesto) formuliert:

„Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

  • Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.“


Quelle/Source: Tech Toons

Gemeinsamkeiten von agilen Ansätzen:

  • Kommunikation so direkt wie möglich und so oft wie nötig
  • Kommunikation in bestimmten, festgelegten Meetings
  • Feedback direkt und früh
  • Feedback nur über definierte Eingangskanäle
  • Visualisierung ist enorm wichtig
  • Visualisierung ist verzichtbar
  • Laufende kontinuierliche Verbesserung (KVP, Kaizen, Retrospektiven) ist essentiell
  • Laufende kontinuierliche Verbesserung ist nur am Anfang wichtig

Scrum

Ein kurzer Überblick:

Agile Software-Entwicklung ist in aller Munde. Scrum ist ein Vorgehensmodell der agilen Software-Entwicklung, das davon ausgeht, dass viele Softwareprojekte aufgrund ihrer Komplexität nicht im Voraus detailliert planbar sind. Aus diesem Grund erfolgt die Planung nach dem Prinzip der schrittweisen Verfeinerung. Generell ist dieses Vorgehensmodell jedoch auch in anderen Bereichen einsetzbar und ist nicht nur auf die Softwaretechnik begrenzt.

Die Stärken von Scrum basieren auf einem recht überschaubaren Rahmenwerk mit nur wenigen Rollen, Artefakten und Ereignissen (Meetings). Eine unternehmens- und projektspezifische Weiterentwicklung oder Kombination mit anderen Verfahren ist möglich.

Scrum RollenScrum kennt drei Rollen: den Product Owner, Scrum Master und das Entwickler-Team.

Daneben gibt es als Beobachter und Ratgeber noch die Stakeholders.

Die Anforderungen (Requirements) an ein Produkt oder System werden durch den Product Owner in einer Liste, dem sogenannten Product Backlog, gepflegt, erweitert und priorisiert. Das Product Backlog ist ständig im Fluss. Um ein sinnvolles Arbeiten zu ermöglichen, wird regelmäßig vom Team in Kooperation mit dem Product Owner ein definiertes Arbeitspaket dem oberen, höher priorisierten Ende des Product Backlogs entnommen und in kleinere Arbeitspakete (Tasks) heruntergebrochen. Im Sprint Planning Meeting wird durch das Entwickler-Team der Aufwand für diese Tasks geschätzt und in einer weiteren Liste, dem Sprint Backlog, festgehalten.


Der Scrum Prozess im Überblick
Eigene Darstellung auf Basis vonWikimedia

Die eigentliche Entwicklung des Systems oder Produkts ist in Sprints unterteilt, die jeweils zwischen einer Woche und max. 30 Tage dauern können. In einem Sprint werden alle Produkt-Anforderungen umgesetzt, die zuvor in dem Sprint Backlog eingetragen worden sind. Dieses Arbeitspaket, das Produkt-Inkrement, wird durch das Team komplett in Funktionalität umgesetzt (inklusive Test und notwendiger Dokumentation).

Wichtig ist, dass der Sprint Backlog während des Sprints nicht durch Zusatzanforderungen modifiziert werden darf.

Alle anderen Teile des Product Backlogs können vom Product Owner in Vorbereitung für den nachfolgenden Sprint verändert bzw. neu priorisiert werden.

Das Entwickler-Team ist eine heterogene, multidisziplinäre Gruppe ohne starre hierarchische Strukturen und besteht aus 3-9 Mitgliedern, die sich selbst organisieren.

Während des Sprints arbeitet das Team daran, die Tasks aus dem Sprint Backlog in ein lieferfähiges Produkt-Inkrement, also einen vollständig fertigen und potentiell produktiv einsetzbaren Anwendungsteil, umzusetzen. Das Team gleicht sich in einem täglichen, streng auf 15 Minuten begrenzten Informations-Meeting, dem Daily Scrum ab, damit jeder weiß, woran der andere zuletzt gearbeitet hat, was er als nächstes vor hat und welche Probleme es evtl. gibt.

Am Ende des Sprints präsentiert das Team dem Product Owner, den Stakeholders u.a. interessierten Teilnehmern in einem sog. Sprint Review Meeting live am System die implementierte auslieferbare Funktionalität. Ziel dieses Meetings ist es, möglichst viel Feedback zu erhalten, ob das entwickelte Produkt-Inkrement den Erwartungen entspricht und somit das „richtige“ Produkt/System entwickelt wird. Nach dem Sprint Review findet die Sprint-Retrospektive statt. Hier werden vom Entwickler-Team und dem Product Owner Erfahrungen ausgetauscht, um Verbesserungsmöglichkeiten im Prozess und Vorgehen zu erkennen, die sie im nächsten Sprint umsetzen wollen.

Das Feedback des Reviews und der Retrospektive fließt in das Sprint Planning Meeting vor dem nächsten Sprint ein. So schließt sich der Kreis, solange bis alle benötigten Produktanforderungen umgesetzt wurden.

Der Scrum Master moderiert alle Ereignisse (Meetings) und sorgt dafür, dass das Team ungestört seiner Arbeit nachgehen kann. Er ist nicht Mitglied des Teams und diesem auch nicht weisungsbefugt. Generell sorgt er während des gesamten Entwicklungsprozesses dafür, dass die Scrum-Regeln eingehalten werden. Zusätzlich macht er mithilfe geeigneter Reporting-Mechanismen den Projektfortschritt transparent. Sogenannte Burndown Charts, visualisieren den Fortschritt für den aktuellen Sprint bzw. für das gesamte Projekt jeweils in Form einer Kurve. Eingezeichnete Trendlinien erlauben es, mögliche Probleme und Verzögerungen einfach (und rechtzeitig!) zu erkennen.

Zu den wesentlichen Vorteilen von SCRUM gehören:

  • klar definierte Rollen in einem strukturierten aber dennoch flexiblen Prozess
  • Transparenz bezüglich Entwicklungsstand sowie Hemmnissen – dies ermöglicht frühes Gegensteuern
  • effektives und fokussiertes Arbeiten durch Eigenverantwortung im Team ohne Störungen von außen
  • Fokus auf Qualität durch kontinuierlich stattfindenden Verbesserungsprozesses

Icon PDF DateiPDF zum Download: Scrum - ein kurzer Überblick

Schulungsportfolio der Integrata AG im Bereich Agilität und Scrum

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